The Uhthoff phenomenon and fatigue syndrome in multiple sclerosis

Zwei neurologische Begleiterscheinungen mit unterschiedlichen Implikationen.

Veröffentlicht am

1.3.2024

Zuletzt aktualisiert am

24.5.2024

Both Uhthoff syndrome and fatigue syndrome can occur as part of multiple sclerosis. This article explains what is behind it and what the side effects differ.

The Uhthoff phenomenon

According to studies, around 80% of MS patients are affected by Uhthoff's phenomenon. Symptomatically, the Uhthoff phenomenon manifests itself in transient, short-term neurological symptoms such as vision problems, impaired motor function or loss of strength. In the Uhthoff phenomenon, these symptoms are associated with an increase in body temperature (e.g. due to hot outdoor temperatures, hot bath/shower, sauna, exercise).

Multiple sclerosis results in nerve damage caused by the body's own cells (demyelination). This creates scarred areas on the nerves. In the Uhthoff phenomenon, the nerve conduction velocity is presumably reduced precisely in these areas due to heat or elevated temperature, which leads to a reversible worsening of neurological symptoms. In this case, this is also referred to as a pseudo-rush, as the symptoms are triggered by physical influences and not by inflammatory activities in the body.
Studies on peripheral nerves have shown that even an increase in body temperature of 0.5 °C can slow or block the transmission of stimuli in demyelinated nerve fibers. As demyelination progresses, the sensitivity of nerve fibers to changes in temperature increases.

The Uhthoff phenomenon also occurs in other diseases that involve nerve demyelination. Diseases include Guillain-Barré syndrome, acute disseminated encephalomyelitis (ADEM) or chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy.

The fatigue syndrome

Fatigue syndrome describes a persistent state of exhaustion that does not subside even through periods of rest and sleep. Typical symptoms include persistent tiredness, reduced physical performance, difficulty concentrating and an unsatisfactory need for sleep.

According to studies, up to 90% of MS patients suffer from fatigue. Due to unspecific symptoms and lack of biomarkers, diagnosis is difficult and requires ruling out other conditions such as diabetes, hypothyroidism, and anemia. So far, it is unclear why fatigue syndrome occurs. This is referred to as a “multifactorial (i.e. influenced by many factors) process.” Fatigue may be affected by nerve cell damage, but also by other influencing factors such as the psyche, diet and the use of medications.

Fatigue syndrome also does not only occur in MS patients. Fatigue can also occur in patients who suffer from other chronic illnesses. For example, up to 90% of cancer patients who are undergoing chemotherapy or radiotherapy are affected. Fatigue can also occur in rheumatological diseases, long Covid, diabetes.

Uhthoff phenomenon vs. fatigue syndrome

The Uhthoff phenomenon is manifested by temporary, short-term neurological symptoms such as vision problems, impaired motor function or loss of strength caused by an increase in body temperature.

In general, it is important to avoid hot showers and sauna sessions, intense heat and direct sunlight, as these directly influence the body temperature. Airy summer clothing or even cooling clothing such as cooling vests are very useful. Since high fluid loss can make symptoms even worse, it is important to drink plenty and enough. Ice cubes, ice and chilled drinks in particular can cool the body from the inside.
Arms and feet can also be held in a bowl of cool water to cool down quickly. In midsummer, cold washcloths can be placed on the body, especially at night, so that the body is slightly cooled.
Anyone suffering from the Uhthoff phenomenon should therefore prepare well, especially in summer. Because preparation is half the battle; if it is foreseeable that the next few days will be very hot, then prepare yourself accordingly. Put ice cubes cold, have enough cold drinks in the fridge or get your garden shower out of the garage.

Fatigue syndrome is less specific and has a wider range of symptoms. Common symptoms include a general feeling of exhaustion and weakness, difficulty concentrating, disturbed sleep, loss of motivation and loss of physical resilience. According to the current state of science, fatigue is also not directly related to external influences, but is influenced by behavior such as physical activity, sleep, stress and more.

In our YouTube video, we also explain the exact differences between these two syndromes. Have a look.

Das Uhthoff-Phänomen

Studien zufolge sind etwa 80% der MS Patient:innen vom Uhthoff-Phänomen betroffen. Symptomatisch äußert sich das Uhthoff-Phänomen in vorübergehenden, kurzzeitigen neurologischen Symptomen wie zum Beispiel Sehstörungen, verschlechterter Motorik oder Kraftverlust. Diese Symptome werden beim Uhthoff-Phänomen mit einer Erhöhung der Körpertemperatur (z. B. durch heiße Außentemperaturen, heißes Bad/Dusche, Sauna, sportliche Anstrengung) in Verbindung gebracht.

Bei einer Multiplen Sklerose kommt es zu Nervenschädigungen durch die körpereigenen Zellen (Demyelinisierung). Dabei entstehen narbige Bereiche an den Nerven. Beim Uhthoff-Phänomen wird vermutlich genau an diesen Bereichen durch Hitze oder erhöhte Temperatur, die Nervenleitgeschwindigkeit heruntergesetzt, was zu einer reversiblen neurologischen Symptomverschlechterung führt. Man spricht in diesem Fall auch von einem Pseudoschub, da die Symptome durch physikalische Einflüsse ausgelöst werden und nicht durch entzündliche Aktivitäten im Körper.
Studien an peripheren Nerven zu Folge kann bereits eine Erhöhung der Körpertemperatur um 0,5 °C die Reizübertragung in demyelinisierten Nervenfasern verlangsamen oder blockieren. Mit fortschreitender Demyelinisierung steigt die Empfindlichkeit der Nervenfasern gegenüber Temperaturänderungen an.

Das Uhthoff-Phänomen tritt auch bei anderen Erkrankungen auf, bei denen es zu einer Demyelinisierung der Nerven kommt. Erkrankungen umfassen das Guillain-Barré-Syndrom, der akuten disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM) oder auch die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie.

Das Fatigue Syndrom

Das Fatigue Syndrom beschreibt einen anhaltenden Zustand der Erschöpfung, der auch durch Ruhephasen und Schlaf nicht nachlässt. Zu typische Symptomen zählen anhaltende Müdigkeit, reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und ein nicht zu befriedigendes Schlafbedürfnis.

Studien zu Folge leiden bis zu 90% der MS-Patient:innen unter Fatigue. Aufgrund unspezifischer Symptome und fehlender Biomarker ist die Diagnose schwierig und erfordert das Ausschließen anderer Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und Anämie. Bisher ist ungeklärt, warum das Fatigue Syndrom auftritt. Man spricht von einem "multifaktoriellen (also von vielen Faktoren beeinflusst) Geschehen". Möglicherweise wird die Fatigue durch die Schädigung der Nervenzellen, aber auch durch andere Einflussfaktoren wie die Psyche, Ernährung ggf. auch die Einnahme von Medikamenten beeinflusst.

Auch das Fatigue Syndrom tritt nicht nur bei MS-Patient:innen auf. Fatigue kann auch bei Patient:innen auftreten, die unter anderen chronischen Erkrankungen leiden. So sind zum Beispiel bis zu 90% der Krebs-Patient:innen, die unter einer Chemo- oder Strahlentherapie stehen, betroffen. Auch bei rheumatologischen Erkrankungen, Long-Covid, Diabetes, kann Fatigue auftreten.

Uhthoff-Phänomen vs. Fatigue Syndrom

Das Uhthoff-Phänomen äußert sich in vorübergehenden, kurzzeitigen neurologischen Symptomen wie zum Beispiel Sehstörungen, verschlechterter Motorik oder Kraftverlust, die durch eine Erhöhung der Körpertemperatur ausgelöst wird.

Generell gilt es, heiße Duschen und Saunagänge, starke Hitze sowie direkte Sonneneinstrahlungen zu vermeiden, da diese die Körpertemperatur direkt beeinflussen. Luftige Sommerkleidung oder auch kühlende Kleidung wie Kühlwesten sind dabei sehr nützlich. Da ein hoher Flüssigkeitsverlust die Symptome noch verstärken kann, ist es wichtig, viel und ausreichend zu trinken. Hierbei können Eiswürfel, Eis und gekühlte Getränke besonders den Körper von innen kühlen.
Arme und Füße können zusätzlich in eine Schüssel mit kühlem Wasser gehalten werden, um sich schnell herunterzukühlen. Im Hochsommer können vor allem nachts kalte Waschlappen auf den Körper gelegt werden, damit der Körper leicht gekühlt wird.
Wer unter dem Uhthoff-Phänomen leidet, sollte sich also vor allem im Sommer gut vorbereiten. Denn Vorbereitung ist die halbe Miete; wenn absehbar ist, dass die nächsten Tage sehr heiß werden, dann bereitet euch entsprechend vor. Stellt Eiswürfel kalt, habt genügend kalte Getränke im Kühlschrank oder holt eure Gartendusche aus der Garage.

Das Fatigue Syndrom ist unspezifischer, auftretende Symptome breiter gefächert. Zu häufigen Symptomen zählen ein allgemeines Erschöpfungs- und Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen, gestörter Schlaf, Motivationsverlust und Verlust von körperlicher Belastbarkeit. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft steht Fatigue zudem nicht in direktem Zusammenhang zu äußeren Einflüssen, wird jedoch durch das Verhalten wie körperliche Aktivitäten, Schlaf, Stress uvm. beeinflusst.

Auch in unserem YouTube-Video erklären wir die genauen Unterschiede zwischen diesen beiden Syndromen: