Hilfsangebote und Anlaufstellen bei rheumatischen Erkrankungen

Veröffentlicht am
31.12.2023
Zuletzt bearbeitet am
5.8.2026
Lesedauer:
10 Minuten

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Ob Fibromyalgie, rheumatoide Arthritis (Rheuma) oder Arthrose - rheumatische Erkrankungen gibt es einige. Viele Betroffene leben mit zahlreichen Beschwerden und alltäglichen Einschränkungen, von schmerzenden Gelenken über Erschöpfung bis hin zu Arbeitsunfähigkeit. Das kann dazu führen, dass sich im Alltag ein Gefühl von Einsamkeit breitmacht. Sie stoßen im Kontakt mit ihrer Familie, Freund:innen oder der Arbeitskolleg:innen auf Unverständnis.

Doch es gibt Wege dieser Einsamkeit zu begegnen. Vielen Menschen mit Rheuma-Erkrankungen ist gar nicht klar, wie viele Möglichkeiten der Beratung und Hilfe ihnen zur Verfügung steht. Dabei gibt es zahlreiche Anlaufstellen, in denen du auf Personen triffst, die dir in einer Situation voller Unklarheit und Fragen gezielte Informationen vermitteln und dich bei psychischen Belastungen unterstützen können.

Einige dieser Anlaufstellen haben wir für dich zusammengestellt, wo du Gehör oder eine Therapie finden oder dich vernetzen kannst. Die Liste ist natürlich nicht vollständig, aber vielleicht ist etwas für dich dabei.

Fachärzte

Fachärzte für rheumatische Erkrankungen sind Rheumatologen.

Rheumatologen sind Ärzte, die sich auf die Diagnose und Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Immunsystems spezialisiert haben. Diese Erkrankungen umfassen eine breite Palette von Zuständen, die oft als rheumatische Krankheiten bezeichnet werden. Dazu gehören:

  1. Arthritis: Entzündliche Erkrankungen der Gelenke, wie rheumatoide Arthritis und Osteoarthritis.
  2. Autoimmunerkrankungen: Krankheiten, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise gesunde Gewebe angreift, wie Lupus erythematodes und Sjögren-Syndrom.
  3. Schmerzhafte Zustände: Zustände, die chronische Schmerzen verursachen, wie Fibromyalgie.
  4. Stoffwechselstörungen: Krankheiten wie Gicht, die durch abnormale Stoffwechselprozesse verursacht werden.

Ärzte sprechen auch von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, die üblicherweise von Rheumatologen behandelt werden.

Rheumatologen verwenden eine Vielzahl von diagnostischen Methoden, einschließlich Bluttests, bildgebenden Verfahren wie Röntgen und MRT sowie klinischen Untersuchungen, um diese Erkrankungen zu identifizieren und zu behandeln.

Die Behandlung kann Medikamente, physikalische Therapie und manchmal auch chirurgische Eingriffe umfassen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die Funktionalität und Lebensqualität der Patienten zu erhalten bzw. verbessern.

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Eine Übersicht über Spezialisten im Bereich der Rheumatologie wird auf der Versorgungslandkarte der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Immunologie bereitgestellt. Dort sind nicht nur Ärzte mit rheumatologischem Schwerpunkt aufgelistet, sondern auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychotherapeuten, Rheumazentren und Rehakliniken.

Denn häufig sind verschiedene Fachgebiete notwendig, um einen optimalen Therapieplan zu erstellen.

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Psychotherapeuten

Rheumatische Erkrankungen stellen nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Herausforderung dar. Auf der Versorgungslandkarte werden geprüfte Psychologen aufgeführt, an die sich Betroffene wenden können. Ob eine Verhaltens-, Gesprächs- oder Gruppentherapie das Richtige die optimale Therapieform darstellt, kann gemeinsam mit Beratungsinstanzen ausgelotet werden.

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Rehabilitation

Rheumatische Erkrankung können verschiedene Lebensbereiche beeinflussen. In einem Alltag zwischen Beruf, Familie, Freunden und Freizeit fehlt häufig der Raum und die Zeit, die eigenen gesundheitlichen Bedürfnisse zu betrachten.

Während einer ambulanten oder stationären Rehabilitation steht der Patient im Mittelpunkt. Das Ziel einer Reha ist es, körperliche, psychische und soziale Einschränken reduzieren und Patienten in ihrer Gesundheitskompetent und dem Krankheitsmanagement zu schulen.

Gemeinsam mit den behandelnden Rheumatologen und/oder Hausärzten können Patienten abwägen, ob eine Rehabilitation sinnvoll ist und bei Bedarf einen Reha-Antrag stellen.

Eine Übersicht über rheumatologische Reha-Kliniken ist auf der Versorgungslandkarte dargestellt.

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Beratung

Die Deutsche Rheuma-Liga ist die größte deutsche Selbsthilfeorganisation im Gesundheitsbereich. Sie bieten Informationen, Unterstützung und zahlreiche Angebote und Veranstaltungen für Angehörige und Betroffene rheumatischer Erkrankungen an.

Bei Fragen im medizinischen, sozialrechtlichen oder psychosozialen Bereich können sich Patienten kostenlos telefonisch unter 0800 - 600 25 25 an die Organisation wenden. Außerdem bietet die Rheuma-Liga Beratungen vor Ort an einem ihrer Standorte an.

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Selbsthilfegruppen

Oft ist es nicht einfach Menschen zu erklären was eine rheumatische Erkrankung ist und wie sie sich auf das Leben und den Alltag auswirkt. Betroffene fühlen sich daher häufig alleine mit der Bürde der Erkrankung. In Selbsthilfegruppen kommen Betroffenen zusammen und können sich in geschütztem Raum über das Leben und den Alltag mit rheumatischen Erkrankungen austauschen.

In jedem Bundesland gibt es Selbsthilfegruppen, in denen sich die Betroffenen austauschen, sich gegenseitig Tipps geben und für die Interessen rheumakranker Menschen eintreten.

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Digitale Angebote

Die Rheuma-Liga bietet die Möglichkeit, auch von zu Hause mit anderen Betroffenen und Experten in Kontakt zu treten. Es gibt zahlreiche Foren verschiedenster Themenbereiche, wo du kostenlos und anonym Fragen stellen, diskutieren und unterstützen kannst - ob zum Thema Medikamente, Bewegung, Schwangerschaft oder Familie.

Die Rheuma-Liga stellt Broschüren und Ratgeber bereit, die von Experten geprüft sind. Diese stehen online zum herunterladen bereit, können aber auch bei einem Landes- oder Mitgliedsverband bestellt werden.

Für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen gibt es eine Vielzahl von Hilfsangeboten, die von medizinischer Betreuung über Selbsthilfegruppen bis hin zu Rehabilitationsmaßnahmen reichen.

Grundsätzlich ist es wichtig neben der medikamantösen Therapie zusätzliche Angebote frühzeitig in Anspruch zu nehmen, wenn Bedarfe durch Veränderungen der Symptome oder Lebensumstände auftreten.

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