Weichteilrheuma: eine Gruppe des rheumatischen Formenkreises

Veröffentlicht am
8.7.2024
Zuletzt bearbeitet am
5.8.2026
Lesedauer:
6 Minuten

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Zu rheumatischen Erkrankungen zählen mehr als 100 Diagnosen, die mit Schmerzen und Einschränkungen des Bewegungsapparates einhergehen. Diese Erkrankungen werden im rheumatischen Formenkreis kategorisiert.

Weichteilrheuma ist ist eine Gruppe rheumatischer Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. In dieser Gruppe werden Erkrankungen zusammengefasst, in der weiche Gewebe des Körpers betroffen sind.

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Dieser Artikel erklärt allgemein, was Weichteilrheuma ist und ordnet einige beispielhafte Erkrankungen dem Weichteilrheumatismus zu.

Was ist Weichteilrheuma?

Rheumatische Erkrankungen werden häufig von Schmerzen und Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates begleitet. Je nach rheumatischer Erkrankung können Symptome an verschiedenen Stellen im Bewegungsapparat auftreten.

Der Bewegungsapparat umfasst alle Strukturen, die dafür sorgen, dass wir aufrecht stehen und uns fortbewegen können: Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Bindegewebe.

Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus beschreibt Erkrankungen, die mit rheumatischen Beschwerden in weichem Gewebe einhergehen. Zu weichem Gewebe zählen

  • die Muskeln,
  • Sehnen,
  • Sehnenscheiden,
  • Schleimbeutel,
  • Bänder,
  • Binde- und Fettgewebe sowie
  • Nerven und Gefäße.

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sind bei Weichteilrheuma häufig keine Knochen, Gelenke oder Knorpel betroffen.

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Häufige Symptome von Weichteilrheuma

Rheumatische Erkrankungen, die im rheumatischem Formenkreis dem Weichteilrheuma zugeordnet werden, können mit sehr unterschiedlichen Symptomen einher gehen. Gemeinsame Symptome umfassen

  • anhaltende oder dauerhafte Schmerzen in Muskeln, Sehnen, Sehnenansätzen und anderen weichen Geweben
  • Schmerzhafte Schwellungen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)

Je nach Erkrankung können symptomatische Schmerzen lokal auftreten (z.B. Tennisarm) oder den ganzen Körper betreffen (z.B. Fibromyalgie).

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Welche Erkrankungen zählen zu Weichteilrheuma?

Im rheumatischen Formenkreis werden die Erkrankungen, die die weichen Gewebe betreffen, dem Weichteilrheuma zugeordnet. Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus ist selbst keine Diagnose.

Folgende Erkrankungen werden unter anderem Weichteilrheuma zugeordnet.

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Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)

Eine Entzündung der Muskelsehnen und Sehnenscheiden kann zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen führen, die die Funktionsfähigkeit einschränken können.

Sehnenscheidenentzündungen sind heilbar. Konservativ werden sie durch Schonung und Ruhigstellen des betroffenen Bereiches therapiert. Um eine Chronifizierung zu vermeiden, ist es wichtig, der Therapie zu folgen.

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Lokale Muskelverhärtungen (Myogelosen)

Überanstrengungen und Fehlbelastungen können zu erbsen- bis murmelgroßen Muskelverhärtungen führen. Häufig entstehen diese an den Waden, am Rücken oder im Nacken. Myogelosen sind mit Schmerzen verbunden, wenn Druck auf die betroffenen Muskelabschnitte ausgeübt wird.

Lokale Muskelverhärtungen werden mit Massagen und manueller Therapie behandelt, um diese zu lösen. Auch mit einer auf die persönlich abgestimmten Physiotherapie können nachhaltig Verbesserungen erzielt werden.

Zur Akutbehandlung können schmerzlindernde Medikamente (Analgetika wie z. B. Ibuprofen oder Schmerzsalben wie z. B. Diclofenac) und ggf. Medikamente zur Muskelentspannung (Muskelrelaxantien) genutzt werden.

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Schleimbeutelreizungen oder Schleimbeutelentzündungen (Bursitis)

Unter Bursitis oder Bursitiden versteht man eine Entzündung des Schleimbeutels, die häufig im Ellenbogen oder Kniegelenk auftritt. Häufig werden Schleimbeutelentzündungen durch Verletzungen bzw. Traumata, Infektionen oder chronische Fehlbelastungen ausgelöst. Bursitiden können jedoch auch im Zusammenhang mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis auftreten.

Eine Schleimbeutelentzündung entsteht häufig langsam. Zu Beginn treten oft leichte Bewegungsschmerzen und ein reibendes Gefühl im gereizten bzw. entzündeten Bereich auf.

Weitere Belastung können zu stärker werdenden Schmerzen führen. Auch lokale Symptome wie Schwellungen, Überwärmung und Ergüsse können auftreten.

Bursitiden (antiseptische) werden üblicherweise zunächst durch Schonung und Ruhigstellung des betroffenen Gelenks behandelt, um die Überlastung zu reduzieren. Nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac sowie Wärme- und Kältebehandlungen können ebenfalls Linderung schaffen.

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Enthesiopathien

Als Enthesiopathie wird eine Gruppe von schmerzhaften Erkrankungen von gelenknahen Sehnenansatzpunkten beschrieben.

Enthesiopathie wird auch als Insertionstendinopathie bezeichnet. Zu Enthesiopathien zählen eine

  • Achillessehnenentzündung (Achillodynie)
  • Entzündung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfasziitis)
  • Reizung der Kniescheibensehne, Springerknie (Patellaspitzensyndrom)

Der betroffene Muskelansatz schmerzt bei Druck, Dehnung und Bewegung. Der Schmerz wird verstärkt, wenn bei kraftvollen Bewegungen mit Muskelbeteiligung verstärkt. Man spricht auch von Belastungsschmerz.

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Fibromyalgie

Fibromyalgie, auch Fibromyalgie-Syndrom (FMS) genannt, ist ein chronisches Schmerzsyndrom. Bei Fibromyalgie sind Schmerzen oft nicht lokal begrenzt, sondern können im gesamten Körper auftreten. Fibromyalgie wird auch als Muskel-Faser-Schmerz bezeichnet.

Auftretende Schmerzen werden bei Fibromyalgie häufig von diversen Symptomen begleitet. Dazu zählen Schlafstörungen, Müdigkeit und körperliche sowie mentale Erschöpfung (Fatigue).

Umgangssprachlich wird Fibromyalgie oft fälschlicherweise Weichteilrheuma genannt. Fibromyalgie ist jedoch eine eigenständige Diagnose, die dem Weichteilrheumatismus im rheumatischen Formenkreis zugeordnet wird.

Aktuell (2024) werden die Ursachen und im Körper ablaufenden Mechanismen bei Fibromyalgie weiter wissenschaftlich diskutiert. Teilweise wird Fibromyalgie auch den chronischen Schmerzerkrankungen zugeordnet.

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Weichteilrheumatismus ist eine Gruppe rheumatischer Erkrankungen im rheumatischen Formenkreis. Diese zeichnen sich durch Schmerzen und Einschränkungen in weichem Gewebe aus. Zu weichem Gewebe zählen unter anderem Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven, Fett- und Bindegewebe.

Zu rheumatischen Erkrankungen, die dem Weichteilrheuma zugeordnet werden, zählen Sehnenscheidenentzündungen, schmerzhafte Muskelverhärtungen, Schleimbeutelentzündungen, aber auch Fibromyalgie.

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