Luft holen - was passiert beim Atmen?

Veröffentlicht am
29.11.2024
Zuletzt bearbeitet am
2.12.2024
Lesedauer:
3 Minuten

Einatmen. Ausatmen. Oft wird der Atmung wenig Achtsamkeit geschenkt, denn sie läuft natürlich ab, ohne dass man sie bewusst und aktiv steuern muss. Dabei ist die Atmung ein lebenswichtiger Prozess, der neben der Lunge auch Muskulatur benötigt und über das Gehirn gesteuert wird.

Häufig wird die Atmung erst bewusst, wenn Atembeschwerden auftreten.

Dieser Artikel erklärt, was im Körper beim Atmen passiert, und schafft somit die Grundlage, Atemprobleme zu beleuchten, die zum Beispiel bei Long Covid auftreten können.

Der Weg der Luft

Durch den Mund oder die Nase gelangt Luft in den Körper. Im Nasen- und Rachenraum wird die Luft an die Temperatur des Körpers angepasst und befeuchtet. Anschließend gelangt die Luft über die Luftröhre in die Lunge.

Die Lunge ist das zentrale Atmungsorgan. Es besteht aus zwei Lungenflügeln. Der linke Lungenflügel ist üblicherweise etwas kleiner, da das Herz auf der linken Seite des Brustkorbs ebenfalls Platz benötigt.

Jeder Lungenflügel ist von einem weit verzweigten Netz aus Röhren durchzogen. Diese Röhren sind die Bronchien. Die Bronchien sind am Eingang der Lunge am weitesten. Je weiter sie in den Lungenflügel vordringen, desto verästelter und kleiner werden sie. Verbildlicht ähneln sie einem Ast, der sich immer weiter verzweigt.

Am Ende dieser 'Äste' befinden sich die Lungenbläschen, die Alveolen. Etwa 300.000.000 Lungenbläschen hat ein Mensch. Ein einzelnes Lungenbläschen hat einen Durchmesser von etwa 0,2 mm. Zusammen haben sie jedoch eine Oberfläche von gut 100 m². Über diese Oberfläche der Lungenbläschen wird Sauerstoff aus der Atemluft extrahiert.

Die Bronchien transportieren also die Atemluft zu den Lungenbläschen. Die Lungenbläschen filtern den Sauerstoff (O2) aus der Luft.

Dieser Sauerstoff gelangt ins Blut und wird über das Herz-Gefäß System zu den Organen und Geweben transportiert. Denn alle Körperzellen benötigen Sauerstoff, um zu funktionieren.

Beim ausatmen wird Kohlendioxid (CO2) entsorgt, das als Abfallprodukt im Körper anfällt.

Über das Blut wird Kohlendioxid zu den Lungenbläschen transportiert. Hier tritt das Kohlendioxid aus dem Blut in die Alveolen über und wird dann über die Bronchien, Luftröhre, durch Nase oder Mund wieder ausgeatmet.

Die Atmung

Die Atmung erfolgt ohne viel zu tun. Beim Luftanhalten tritt früher oder später der unweigerliche Drang auf, nach Luft zu schnappen.

Die Atmung wird vom Atemzentrum im Gehirn gesteuert. Dieses Atemzentrum sitzt im Hirnstamm. Der Hirnstamm ist ein Teil des Gehirns, der die essenziellen Lebensfunktionen wie die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Atmung, steuert.

Über spezielle Rezeptoren wird im Blut der Kohlenstoffdioxidgehalt gemessen. Diese Information wird an das Hirn geleitet, was wiederum die Atmung und Atemfrequenz reguliert. Auf dem Weg wird sowohl die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff als auch Reinigung von Kohlendioxid gesteuert.

Ohne dass es eine aktive Steuerung des Bewusstseins verlangt, steuert das Gehirn die Atmung. Um einen Atemzug auszulösen, werden Signale vom Gehirn über das autonome (vegetative) Nervensystem an die Atemmuskulatur und die Atemhilfsmuskulatur geleitet.

Der Hauptmotor für die Atmung ist das Zwerchfelll, das sog. Diaphragma. Zwerch bzw. twerch ist der mittelhochdeutsche Begriff für “quer” und beschreibt die quere Lage des Zwerchfells im Körper: Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, die den Brustraum vom Bauchraum trennt.

Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen. Gemeinsam mit den Rippenmuskeln dehnt es die Lunge und Luft strömt ein. Neben dem Zwerchfell und der Rippenmuskulatur sind einige weitere Muskeln an der Atmung beteiligt. Welche Muskeln zusammenspielen, hängt jedoch von der Art der Atmung ab. Atembeispiele sind die Brust- oder die Bauchatmung.

Bei normaler Atmung wird die Muskulatur nur bei der Einatmung benötigt. Sie sorgt dafür, dass ein Unterdruck erzeugt wird, der zum Einsaugen von Luft führt. Beim normalen Ausatmen erschlaffen die involvierten Muskeln. Elastische Stützfasern in der Lunge ziehen sich zusammen und die Oberflächenspannung der Alveolen steigt. Somit wird Luft aus der Lunge gepresst.

Die Atmung ist ein komplexer Prozess, an dem verschiedene Organe und Strukturen beteiligt sind. Sie sorgt für die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und die Entsorgung von Kohlendioxid.

Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln heben den Brustkorb an. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der Luft in die Lunge saugt. Das Ausatmen ist meist ein passiver Vorgang, bei dem sich die Muskeln entspannen und die Lunge zusammenzieht.

Ein erwachsener Mensch atmet in Ruhe etwa 12-15 Mal pro Minute. Pro Tag atmet ein erwachsener Mensch rund 20.000 Mal ein und aus.

Die Atmung wird vom Atemzentrum im Gehirn gesteuert. Spezielle Rezeptoren messen den Kohlendioxidgehalt im Blut und regulieren entsprechend die Atemfrequenz