Therapieoptionen bei Fatigue
Aktuell kennt man keine kausale, also auf die Ursache abzielende, Therapie zur Behandlung der Fatigue. Man versucht allerdings, die Chronifizierung mit nicht-medikamentösen Methoden zu verhindern und so die Symptomatik der Fatigue abzumildern. Zu diesen Methoden gehören z.B. Schlafförderung, Schmerztherapie, Kreislaufsupport und Maßnahmen zur Stressreduktion. Außerdem kann die Förderung eines adäquaten Coping-Verhaltens hilfreich sein, also Betroffenen gesunde Umgangsstrategien mit der Erkrankung näherzubringen.
Je nach individueller Symptomatik (körperlich, kognitiv und/oder emotional) kommen gegebenenfalls dosiertes körperliches Training, ein Training der kognitiven Leistungsfähigkeit, und/oder eine psychotherapeutische bzw. psychopharmakologische Behandlung zum Einsatz.
Ärzt:innen sollten ihre Patient:innen außerdem dazu anleiten, mithilfe von Pacing Crashs zu verhindern (was genau das ist und wie es bei Long Covid helfen kann, erfährst du im Blogbeitrag zum Thema Pacing). Auch Informationen über die Erkrankung und zum Umgang damit im Alltag können hilfreich sein.
Therapieoptionen bei Atemproblemen
Eines der häufigsten Symptome, von dem Betroffenen nach einer Infektion mit dem Coronavirus berichten, ist die Atemnot. Diese beschreibt das Gefühl, schnell außer Atem zu sein und dadurch nicht mehr so leistungsfähig zu sein. Das kann sehr belastend sein, weil die alltägliche Leistungsfähigkeit darunter leidet. Tritt Atemnot auf, wird dringlich empfohlen, negative Einflussfaktoren wie Rauchen, Schadstoffe in der Luft, extreme Lufttemperaturen und körperliche Überanstrengungen zu vermeiden. Weitere Möglichkeiten sind:
Bestimmte Atemübungen und eine Lungen-Reha können hilfreich sein. Diese besteht hauptsächlich aus Atemphysiotherapie, körperlichem Training und Schulung, damit Patienten ihre Krankheit besser verstehen und damit umgehen kannst. Aber auch eine Rauchentwöhnung und psychosoziale Beratung gehören dazu.
Bestimmte Körperhaltungen können den Körper beim Atmen entlasten, sodass man leichter Luft bekommst. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt folgende Haltungen:

Übungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche. Das kontrollierte Atmen und auch das getaktete Atmen kann zu einer bewussten Wahrnehmung und Steuerung der Atmung führen und so das Atmen und damit die Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen.
Psychotherapie
Je nach individuellem Gesundheitszustand kann neben der Behandlung der körperlichen Beschwerden ebenfalls dein psychisches Wohlbefinden in einer Therapie thematisiert werden.
Eine psychotherapeutische Behandlung ist dann sinnvoll, wenn es eine gesicherte klinische Diagnose gibt oder die Belastung für die Betroffenen so groß ist, dass die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist. Sollten Betroffene selbst, deren Angehörige oder behandelnde Ärzte den Verdacht auf eine Veränderung der psychischen Gesundheit haben, sollte eine entsprechende Diagnostik frühzeitig eingeleitet werden. Anzeichen umfassen anhaltende Erschöpfung, anhaltende Niedergeschlagenheit, unbegründete Ängste, oder Einschränkung der Lebensqualität usw.
Durch eine frühe Abklärung und folgliche Einleitung einer Therapie kann die Chronifizierung der Beschwerden vermieden und die emotionale Belastung zu reduzieren werden.
Medikamentöse Therapien
Durch die hohen Fallzahlen und die teilweise langwierigen Folgen einer Infektion ist die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 für die Forschung sehr interessant geworden. Tatsächlich hat es in diesem Feld bereits Fortschritte gegeben. Bei Vorliegen einer Corona Erkrankung können Ärzte Fragen rundum eine medikamentöse Behandlung im Einzelfall beurteilen.
Grundlegend bedarf es bei Patienten mit intaktem Immunsystem und vollständigem Impfschutz keiner medikamentösen Frühtherapie bei einer Covid-19-Infektion. Das Immunsystem ist durch die Impfung auf die Viren vorbereitet und kann diese schneller und aktiver bekämpfen. Bei Patienten, die dennoch ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben oder bei denen der Verdacht besteht, dass die Impfung keinen ausreichenden Schutz erzeugt hat, können Ärzte den Einsatz von antiviralen Medikamenten erwägen.
Schwere Verläuft einer Corona Erkrankung können Schäden im Körper verursachen. Durch eine medikamentöse Behandlung der Akutinfektion können Folgeschäden möglicherweise reduziert werden.
Bei Long Covid gibt es aktuell keine medikamentöse Therapie, da eine zum einen die Ursachen der postviralen Symptome noch nicht gänzlich verstanden sind und auftretende Symptome sehr divers auftreten können.
Ernährung
Neben den medizinischen und übungsbasierten Therapien kann auch die Ernährung eine große Rolle in der Therapie spielen. Sie ist deswegen sinnvoll, da bei 40-75% der Covid-Erkrankten ein Geruchs- und Geschmacksverlust vorkommen kann. Diese sensorischen Ausfälle bei Geruch und Geschmack lassen sich darüber hinaus mit Angstzuständen und gedrückter Stimmung in Verbindung bringen. Die angeschlagene mentale Gesundheit kann eine Mangelernährung begünstigen.
Es gibt aus ersten Studien Hinweise darauf, dass eine pflanzenbasierte Ernährung bei Symptomen helfen kann, die auch bei Long Covid auftreten. Die pflanzenbasierte Ernährungsform wird zudem empfohlen, da sie die Menge an entzündungsfördernden Stoffen im Körper reduziert. Obst und Gemüse bringen eine ganze Reihe an wichtigen Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralien, Spurenelementen sowie Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Stark verarbeitete Lebensmittel sind dagegen oft arm an wichtigen Nährstoffen und fördern eher Entzündungen im Körper.
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