Anna ist 25 und entwickelte nach einer Corona-Infektion vor zwei Jahren ME/CFS. Als junge Frau mitten im Berufseinstieg fühlte sie sich zunächst extrem isoliert. „Alle meine Freund:innen haben gerade richtig durchgestartet – Job, Reisen, Umzüge. Und ich konnte manche Tage kaum aufstehen.“
Besonders schwer war für Anna das Gefühl, niemanden zu kennen, der ihre Situation wirklich versteht. „Meine Familie hat sich bemüht, aber ohne die Erkrankung selbst zu kennen, konnten sie nur begrenzt nachvollziehen, was in mir vorging.“
Ihre Geschichte
Der Wendepunkt kam, als sie über eine Online-Community zum ersten Mal mit anderen jungen Betroffenen ins Gespräch kam. „Zum ersten Mal musste ich nichts erklären. Alle wussten sofort, was ich meinte, wenn ich von einem Crash sprach.“
Aus diesem Austausch sind für Anna praktische Tipps entstanden, die sie in keinem Arztgespräch bekommen hatte – von Alltagshacks bis zu Formulierungen, wie man Absagen erklärt, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen. Über die Community tauscht sie sich seitdem regelmäßig aus, auch wenn sie sich mit den meisten nie persönlich getroffen hat. „Es hat sich angefühlt, als würde ich zum ersten Mal seit der Diagnose wieder dazugehören – nur eben zu einer anderen Gruppe.“
Zusammenfassung
Ihr Rat: „Such dir Menschen, die wissen, wovon du sprichst. Das ersetzt keine Behandlung, aber es nimmt viel von der Einsamkeit.“
Name und persönliche Merkmale wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.